Grundlegendes:

Gekonntes Lesen zeichnet sich durch Leichtigkeit aus. Komplexe Textbestandteile werden auf einen Blick erfasst. Der Lesekönner kann auf einen gesicherten Lautbestand, ein immenses inneres Lexikon, ein umfassendes Sprachverständnis, rechtschreibliche Regeln, perfekte grammatikalische Strukturen, Allgemeinwissen, Alltagserfahrung und die Fähigkeit zu symbolischem Denken zurückgreifen. Eine hohe Lesevorhersage wird gewährleistet, die Lesen wie ein Schneeballsystem in Gang setzt. Durch Informationsüberschuss gelingt es sogar, einen Text trotz vertauschter Buchstabenanordnungen flüssig zu lesen.
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(Massen-Email 2003).
Leseanfänger verfügen zunächst über geringere Voraussetzungen. In der Regel entwickelt sich das notwendige Wissensgeflecht in Wechselwirkung zu einem sich automatisierenden Lese- Rechtschreibprozess.
Daneben fallen Kinder auf, deren Sprache und Lautbewusstheit schwächer entwickelt sind. Ebenso bleibt das Lesen für eine Gruppe sprachlich gut ausgerüsteter Schüler ein störanfälliger Vorgang.
Stockende Leser verharren in einer “Laut für Laut”- Lesestrategie. Beim Entschlüsseln fallen ihnen Verschleifungen von Lautsequenzen zu sinnvollen Einheiten schwer. Schriftzeichen und Lautstrukturen werden nicht reibungslos in Beziehung gesetzt. Ein ökonomisches Blicksystem für Schrift konnte sich nicht entwickeln.
Rateleser lesen über wichtige Einzelheiten hinweg. Sie versuchen ein ansprechendes Lesetempo zu erreichen, was zu Lasten der Richtigkeit geht. Geschickt nutzen Rateleser textunabhängige Vor- und Begleitinformationen. So können sie, trotz ungenauen Lesens, zeitweise erstaunlich gute Aussagen zum Textinhalt machen.