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Dr. Gerhild Merdian:
Materialien zur Diagnostik und Förderung von Rechenfähigkeiten


Wissenswertes:

 „Wenn seit alters her Sprache als Schule des Verstandes gilt, lässt sich dies auch auf das Lesen und Schreiben erweitern, denn Lesen ist die Fortsetzung von Sprache mit anderen Mitteln“ (Wechsler 2002). „Geschichtlich gesehen sind Lesen und Schreiben späte, kulturelle Erfindungen. Die Spezialisierung des Gehirns für Schriftverarbeitung ist somit eine plastische Anpassung des Gehirns an eine neue kulturelle Anforderung“ (Brandeis 2004).

„Wie sich der Vorgang genau auf neurologischer Ebene im Gehirn abspielt, ist unbekannt. Zwar wissen wir eine Menge über den Aufbau des Gehirns, z.B. welche Regionen bei der Erledigung bestimmter Aufgaben aktiv sind, wir haben aber keine Ahnung davon, wie das Gehirn die Unmenge von elektronischen und chemischen Signalen in das umwandelt, was wir gemeinhin unter Bewusstsein oder Denkmustern verstehen”(Tattersall 2004).

„Die ältesten Schriftsysteme sind die bei den Sumerern entwickelte Keilschrift und die Ägyptischen Hieroglyphen. Beide begannen fast rein „logographisch“ – für jeden Begriff gibt es ein Zeichen, was heute noch für das Chinesische gilt... . Unser Alphabet stammt aus dem Phönizischen. Warum ausgerechnet sie (bedeutendste Stadtgründung: das durch Hannibal berühmt gewordene Karthago), die einfacher zu erlernende Buchstabenschrift entwickelten, ist nicht hundertprozentig zu klären, wahrscheinlich ist aber, dass dort viele Privatunternehmer Handel trieben, die ihren Schriftverkehr selbst abwickeln mussten, weil sie nicht etwa auf Schreiberscharen zurückgreifen konnten, wie sie etwa der pharaonischen Verwaltung zur Verfügung standen.
Wie auch immer: Die Griechen brachten das Alphabet nach Italien, wo Etrusker und Römer es zu dem uns geläufigen modifizierten. Letztlich eroberte diese Version mit der Großmacht Rom ganz West- und Mitteleuropa und ist heute in der ganzen Welt verbreitet. Starke Konkurrenz bilden noch der kyrillische Buchstabensatz und die arabische Schrift.“  (Kohlhaas 2005) 

Brandeis, Maurer, Brem, Kranz, Benz, Steinhausen 2004: Die Neurophysiologie des Lesenlernens. In: Bericht zur 8. Tagung des Verbandes Dyslexie Schweiz  2004 S.11-12

Kohlhaas, Alexander 2005: Wörter führen um die Welt. In: BNN 60. Jahrgang Nr.15 Samstag, 16./ Sonntag, 17. April 2005

Tattersall J. (2004): Evolution des Geistes. In: Spektrum der Wissenschaft 1/2004 S.65

Wechsler 2002: In Süddeutsche Zeitung  “Erst laufen, dann Rad fahren” 6./7. April 2002             Nummer 80